Filmstadt Berlin Weissensee << Zurück | Start | Home | Vor >>

Das Atelier- der Vitascope, Weifensee, Franz-Joseph-Straße 5-7, um 1915

 

Weißensee war dem Film verschrieben. Eine Menge überliefertes hierzu ist aufzuheben. Bruchstücke, in den Erinnerungen haben sie Legenden wachsen lassen um eine Filmmetropole: Klein-Hollywood ein gern gebrauchtes Epithet. Tatsache ist, die heimischen Straßen, der vertraute Platz, die Rennbahn waren einmal Filmkulisse, die Filmindustrie hatte hier ein Domizil in der Franz-Joseph-Straße (heute Liebermannstraße). Mit dem Film ist der Name Weißensee in die Welt gegangen - wenn man will, von j. w. d. nach Berlin und dann weiter. 1912/13, als Weißensee in das "Filmzeitalter" aufbrach, hatte es schon seine Kinematographen. Zwischen fünf und sieben schwankte ihre Zahl. "Heut geh'n wir inn'n Kintopp" war damals ein geläufiger Begriff. Auf der Leinwand der Kinos krähte der stumme Hahn von Pathe, tauchten Namen wie Messter, Bioscope, Vitascope oder Decla auf. Henny Porten stand zu dieser Zeit schon in der Publikumsgunst wie Asta Nielsen. Als Kino-Star ganz anderer Art erschien 1913 Königin Luise. Ihre hehre Filmgestalt umrahmte das nationalistische Gepränge zu den Jahrhundertfeierlichkeiten der Völkerschlacht bei Leipzig. Geschäftstüchtig wie diese Filmindustrie war, belieferte sie in diesem Jahr noch ein weiteres Jubiläum. Zum 25. Jahrestag der Thronbesteigung Kaiser Wilhelm II. brachte sie einen Zusammenschnitt von Aufnahmen mit ihm zu Lande und zu Wasser: Das Kino als Verführung und Schauplatz der flachen Illusion.



Jules Greenbaum
einer der Pioniere des deutschen Films. Schon bevor er 1913 mit der Vitascolge nach Weißensee zog, war er in der Filmherstellung, dem Apparatebau und im Filmverleih tätig. (Greenbaum hatte 1897 die Deutsche Bioscope GmbH gegründet). 1915, nach Trennung von der- PAGU, gründete er die Greenbaum-Film GmbH, die in Weißensee produzierte.
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